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Präsentation „Abflussuntersuchung Wulka“03.05.2007: Präsentation „Abflussuntersuchung Wulka“
Riesenchance für wirksamen und ökologischen Hochwasserschutz
Dem Hochwasserschutz wird im Burgenland großes Augenmerk geschenkt. Im letzten Jahrzehnt wurden viele vorbildliche Projekte zum Schutz der Bevölkerung und der Wirtschaft umgesetzt. "Als künftiger großer Schwerpunkt soll auch an der Wulka ein wirksamer und nachhaltiger Hochwasserschutz errichtet werden. Auch wenn es große Hochwasserereignisse im Einzugsgebiet der Wulka in den letzten 30 Jahren nicht gegeben hat, können solche, siehe die Katastrophen an Kamp und March 2002 und 2006, jederzeit auftreten. Mit der Erstellung eines umfassenden Abflussmodells wurden nun die Grundlagen für künftige Schutzmaßnahmen entlang der Wulka geschaffen. Wir haben damit die Riesenchance, einen Hochwasserschutz für die Wulkatal-Gemeinden aufzubauen, der viele wichtige Aspekte, wie das Schutzbedürfnis der Bevölkerung, die Gewässerökologie und die wirtschaftliche Entwicklung der Region berücksichtigt“, erklärte Landesrat Niki Berlakovich anlässlich der Projektpräsentation in Mattersburg. Die letzten katastrophalen Hochwasser-Ereignisse gab es an der Wulka in den Jahren 1965 und 1975. In der Folge wurden in den 1970er Jahren in einigen Wulkatal-Gemeinden Schutzmaßnahmen gesetzt. Diese reichen aber nicht aus, um großen Hochwässern wirksam zu begegnen. Die Bundeswasserbauverwaltung Burgenland hat daher zusammen mit dem Landwirtschaftsministerium zwei Projekte für den Wulkaabschnitt zwischen Mattersburg und der Mündung in den Neusiedler See in Auftrag gegeben. Für die betroffenen Gemeinden steht nun ein umfangreiches Planwerk der Gefährdung derzeitiger Siedlungsgebiete und zukünftiger Entwicklungsflächen zur Verfügung. Die Kosten für die Projektierung betragen 100.000 € und werden je zur Hälfte von Bund und Land getragen. Die Ergebnisse dieser Studien zeichnen die nächsten Schritte vor: Bis Ende Juni erhalten alle Gemeinden die Studie mit allen Plänen. Im Mündungsbereich der großen Zubringerbäche Marzer Bach, Hirmer Bach, Nodbach und Eisbach sind noch ergänzende Untersuchungen zu machen. Danach soll bis Mitte 2008 eine Retentionsraumuntersuchung und ein Konzept für lineare Maßnahmen ausgearbeitet werden. Ziel ist es, alle Hochwasserrückhalte-Möglichkeiten zu prüfen, um nur absolut notwendige lineare Maßnahmen wie z. B. Dämme, Ufermauern oder Bachaufweitungen zum Schutz von Siedlungsgebieten und Infrastruktureinrichtungen durchführen zu müssen. Weiters soll bis Ende 2009 ein Gewässerentwicklungskonzept (GEK) erstellt werden, das neben den schutzwasserwirtschaftlichen Zielen und Aufgaben auch gewässerökologische Inhalte definiert. In einer „Wulka-Plattform“ sollen alle betroffenen Gemeinden, Behörden und Fachabteilungen vertreten sein. Diese könnte in der Gründung eines eigenen Wulkaverbandes zur optimalen Projektumsetzung münden. Dazu Landesrat Berlakovich: „In den letzten 10 Jahren wurden 100 Mio. € in den Hochwasserschutz an burgenländischen Flüssen und Bächen investiert und 120 dezentrale Rückhalteanlagen zum Schutz von Menschen, Wirtschaft und Kulturlandschaft errichtet. Weitere 20 Anlagen befinden sich derzeit in der Bau- bzw. Planungsphase. Bei allen Projekten wurden neben der Befriedigung des Schutzbedürfnisses der Bevölkerung gleichzeitig auch ökologische Ziele verfolgt. Viele dabei entstandene Biotopflächen bieten wertvollen Rückzugsraum für Fauna und Flora und dienen auch als Erholungsräume für die Menschen.“
Für den Inhalt verantwortlich: Hermann Fercsak, Landesmedienservice Quelle: http://www.burgenland.at/aktuell |